Verband & Politik | Waldwissen | HolzmarktLesezeit 5min.

Rückblick Informationsveranstaltung Waldklimaschutzprojekt CO2

Domat/Ems 08.11.2022

Die zweite Informationsveranstaltung über verschiedene Waldklimaschutzprojekte CO2 hat standgefunden. Es fanden sich eine grosse Anzahl von fast 40 Personen im Hotel Sternen in Domat /Ems ein, um die spannenden und aufklärenden Referate zuhören. Unter den Gästen waren Grossteils Förster und Betriebsleiter, sowie politische Waldfachvorsteher, aber auch Forstunternehmer und Holzvermarkter.

Der SELVA Präsident Leo Thomann eröffnete den Informationsanlass und übergab das Wort an Konrad Nötzli von Basler & Hofmann, welcher ein Fakten Check über die momentan 3 möglichen Varianten eines Waldklimaschutzprojektes CO2 erklärte. Dabei konzentrierte er sich speziell auf die 2 Varianten von verminderten Vorratsabbau, da dieses am kompliziertesten zum Verstehen ist.

Anschliessend erläuterte Kantonsförster Urban Maissen, die eher defensive und vorsichtige Haltung des AWN und ermahnte zu gut durchdachten Entscheidungen, da Graubünden auf Schutzwaldbewirtschaftung angewiesen ist und eine verminderte Nutzung zu überalterten und schwachen Wäldern führen kann. Zudem darf das Image der Forstbranche und die Glaubwürdigkeit in Zukunft nicht verloren gehen, wenn bedenkt wird, wo wir in 30 Jahren mit der Technologie von CO2 Speicherung sein könnten.

Die Haltung von Graubünden Holz wurde von ihrem Präsident Peter Flütsch vertreten. Die Holznutzung soll gefördert werden, um Bündner Sägewerke zu fördern und damit eine Zweitveredelung zu ermöglichen. Dadurch würde ein immenser Mehrnutzen durch die gewonnen Wertschöpfung entstehen und die Kette wäre geschlossen, welches auch der Ideologie von Graubünden Holz entsprechen würde.

Die Haltung des Waldeigentümer Verbandes SELVA wurde durch ihren Präsident Leo Thomann vorgestellt. Für die SELVA steht auch an erster Stelle, die nachhaltige, langfristige Holznutzung. Also auch Förderung von Waldwirtschaft und Holzwirtschaft im Kanton und damit eine grosse Zahl an Arbeitsplätzen und Wertschöpfung, welche vor Ort bleibt oder entstehen kann. Weniger problematisch wird die Nutzung der Möglichkeit eines Waldreservate durch CO2 Projekte in Wert zu setzen, angesehen. Die SELVA übernimmt gerne eine Koordinationsrolle, sprich dass sich Interessierte Waldeigentümer bei der Geschäftsstelle melden können, anschliessend wird dann versucht, diese in den Regionen oder Talschaften zusammen zu bringen und helfen geeignete Gefässe für die Umsetzung von Projekten zu finden.

 

Die ganze Veranstaltung wurde dann, von einem praktischen Beispiel und Erfahrung durch den Lenca GR Präsidenten Philip Christen ergänzt. Welcher aufzeigte in welchem Stadium ihr Projekt liegt und was es dafür brauchte, um ein Vorprojekt zu realisieren. Dabei muss bedacht werden, dass ein Vorprojekt auch finanziert werden muss, sprich zuerst investieren und dann profitieren. Aber auch Zahlen von Gewinn wurden präsentiert und zeigten, dass ein lukrativer Markt besteht und diese Chancen genützt werden sollten.

Die Stimmung im Saal war sehr gut und die Besucher zeigten sich interessiert an den Projekt Möglichkeiten und Referaten, wobei zwischendurch auch berechtigte Fragen auftauchten, welche nur die Zukunft eine Antwort zeigen wird. Man spürte, dass im Kopf der Förster eine in Wertsetzung des Waldes durch CO2 Gelder und eine Holznutzung, einander nicht direkt konkurrenzieren, wobei der Hiebsatz in den meisten Fällen sowieso nie genutzt wird. Diese Geldmittel müssten danach für den Wald eingesetzt werden und können dadurch sogar zu einer Begünstigung und Mehrnutzung des Waldes führen.

Abgerundet konnten die Teilnehmer in einer offenen Diskussionsrunde, geleitet durch Geschäftsführer von Graubünden Holz Marcel Lerch, Ihre Fragen und Anregungen einbringen. Diese Möglichkeit wurde genutzt und schuf interessante Gespräche, aber auch Statements, welche die Haltung der anwesenden Förster spiegelte und spürbar machte, dass niemand der Anwesenden prinzipiell gegen CO2 Projekte ist und diese Optionen individuell für jeden Waldbesitzer geprüft werden müssten.

Schlussendlich kann gesagt werde, dass die Förster schon seit früh gelernt haben, dass nicht nur auf ein Ross gesetzt werden kann, sondern sich breit aufstellen für die Zukunft, das Rezept ist, um richtig handeln zu können. Dabei kann gesagt sein, dass alle aus der Holzbranche im Moment auf der Gewinner Seite stehen, Holz und Wald sind gefragt wie noch nie und werden es in Zukunft noch viel mehr sein.

Besten Dank an die interessierten Teilnehmer und die Referenten.

Ihre SELVA Geschäftsstelle

 

Unterlagen zur Infoveranstaltung finden Sie im internen Bereich SELVA hier>>>

ähnliche News aus dem Wald