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Felix LüscherBild: Lukas Speigl

Zeitschriften | Verband & PolitikLesezeit 2 min.

«Das war gut, aber es gibt noch diverse offene Baustellen.»

Felix Lüscher demissioniert auf die Delegiertenversammlung vom 26. Juni in Bramois (VS) als Mitglied des Zentralvorstands. Im Interview schaut er auf die vergangenen 13 Jahre zurück.

Interview: Ralph Möll | Felix Lüscher, Sie demissionieren aus dem Zentralvorstand von WaldSchweiz. Warum?

Nach dreizehn Jahren ist es Zeit, Jüngeren Platz zu machen, die neue Ideen und Sichtweisen in den Vorstand einbringen. Einerseits wurde es seit meiner Pensionierung immer aufwendiger, an Informationen zu gelangen, und anderseits zweifelte ich, ob ich noch viel beitragen kann, wenn ich mich manchmal nicht verstanden fühlte.

Inwiefern fühlten Sie sich nicht immer verstanden?

Wenn ich auch nach mehreren Anläufen nicht weiterkam; zum Beispiel mit einer besseren Früherkennung im Bereich der Waldpolitik und -bewirtschaftung oder der Einführung eines Ressortsystems innerhalb des Zentralvorstandes. Oder wenn Überlegungen auf der Ebene des nationalen Verbandes wegen unterschiedlicher kantonaler Vorstellungen scheiterten und wir uns also quasi selbst im Wege standen.

Gehen wir zurück an den Anfang. Wie kamen Sie 2013 in den Zentralvorstand?

Ich hatte schon als Stadtoberförster in Rheinfelden im Kanton Aargau, als Bereichsleiter Wald der Oberallmeindkorporation Schwyz sowie als Mitglied der alten Holzmarktkommission oft Kontakt mit WaldSchweiz. Ich kannte die Themen und die Menschen beim Verband, und als ich gefragt wurde, sagte ich zu.

Wie hat sich der Verband seit 2013 verändert?

Früher – damals noch «Waldwirtschaftsverband Schweiz» – waren die Holzproduktion und der Holzverkauf die zentralen Themen. Mit der zunehmenden Bedeutung der anderen Waldleistungen wie Schutz vor Naturgefahren, Erholung oder Biodiversität musste der Wald auch vom Verband umfassend betrachtet werden. Deshalb war mir wichtig, dass sich WaldSchweiz als der Stakeholder in Sachen Wald positioniert. Den Waldeigentümern gehört der Wald, und sie müssen schwergewichtig beteiligt sein, wenn darüber diskutiert und verfügt wird.

Der Geschäftsstelle mangelte es bis vor zwei Jahren an Stabilität. Sie mussten nicht weniger als vier Direktoren wählen.

Das war nicht immer einfach, ja. Geeignete Verbandsdirektoren zu finden, war schwierig. Jeder brachte Gutes, aber es gab auch viele Stolpersteine. Entsprechend kam es auch beim Personal der Geschäftsstelle zu überdurchschnittlich vielen Wechseln. Das führte leider dazu, dass verschiedene Geschäfte und Diskussionen erst stark verzögert behandelt werden konnten. Nun scheint wieder Kontinuität eingekehrt zu sein.

Verband und Zentralvorstand scheinen demnach vieles richtig gemacht zu haben. Sehen Sie trotzdem noch Luft nach oben?

Luft nach oben gibt es, ja. WaldSchweiz muss sich laufend weiterentwickeln, denn Stillstand bedeutet Rückschritt. Der Zentralvorstand hatte oft zu wenig Zeit, um wichtige Entwicklungen im ganzen Themenkomplex Wald ausführlich zu diskutieren. Das Tagesgeschäft stand im Vordergrund, auch bei der Geschäftsstelle. Ich hätte mir gewünscht, dass wir bei gewissen Themen schneller vorwärtsgekommen wären, zum Beispiel bei den Leitungen im Wald oder bei der Haftung im Wald. Über beide Themen sprechen wir schon, seit ich im Zentralvorstand bin.

Jüngst verabschiedete der Zentralvorstand aber wichtige Merkblätter zu den Themen Biken im Wald und zum Trinkwasser ...

... und wir haben gemeinsam mit anderen forstlichen Organisationen das Positionspapier «Waldverjüngung unter Druck – es besteht akuter Handlungsbedarf» erarbeitet. Das war gut, aber es gibt noch diverse offene Baustellen: von der Verbandsstrategie über die Organisation, die weitere Inwertsetzung von Waldleistungen bis zur Unterstützung beim Klimawandel und bei grossen Zwangsnutzungen.

Das Thema Wald–Wild ist Ihnen – neben dem Gebirgswald und der CO₂-Frage – sehr wichtig. Warum?

Der Klimawandel wirkt sich schneller auf den Wald aus, als dieser darauf reagieren kann. Um nachhaltig alle Funktionen des Waldes gewährleisten zu können, müssen wir die Verjüngung sicherstellen. Aus den unterschiedlichsten Gründen – beispielsweise hohe Wildbestände, ungünstige Lebensräume inner- und ausserhalb des Waldes, intensive Freizeitnutzungen – funktioniert sie aber über grosse Waldflächen nicht. Dazu braucht es stärkere Unterstützung von nationalen und kantonalen Behörden, um gemeinsam mit allen Stakeholdern
regional und kantonal angepasste
Lösungen zu suchen und geeignete Massnahmen umzusetzen

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