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Der Holzverkauf florierte in der Saison 2025/2026.Bild: unsplash

Zeitschriften | Verband & PolitikLesezeit 2 min.

Holzverkäufer blicken auf eine gute Saison zurück – und voraus

Die Holzerntesaison 2025/2026 ist vorbei. Das Fazit fällt bei den befragten Verkaufsorganisationen durchs Band positiv aus. Und auch der Blick in die Zukunft verheisst weiterhin hohe Nachfrage und Anzeichen für eine weitere Erholung der Holzpreise.

Michael Clottu, Ralph Möll | Nach mehreren eher schwierigen Holzerntesaisons – Borkenkäferbefall, wechselhaftes Wetter und starke Preisschwankungen je nach Sortiment – scheint der Absatz von Holz aus Schweizer Wäldern im Jahr 2025 wieder an Fahrt gewonnen zu haben. In vielen Regionen berichten die Akteure der Branche von einer anhaltenden Nachfrage nach Nadelholz, eher stabilen Preisen und einem Rückgang der Menge an Schadholz. Bei Laubholz hingegen ist die Lage je nach Baumart und Absatzmarkt weiterhin sehr unterschiedlich. Mitverantwortlich für diese Entwicklung ist auch die in bestimmten Regionen aufgrund des Klimawandels und erzwungener Fällungen allmählich schwindende Verfügbarkeit von Nadelholz.

Aargau: Zufrieden, aber mit Luft nach oben

«Aufgrund der Rückmeldungen der Förster im Aargau war die letzte Saison erfolgreich, vor allem im Vergleich zu den Vorjahren», sagt Felix Moor, Geschäftsführer von Wald­Aargau. «Die Absätze waren heuer besser und das Holz wurde schneller verkauft.» Auch die Wertholzsubmissionen hätten wieder mehr Interessierte, vor allem auch aus dem Ausland, angelockt. Er gibt jedoch zu bedenken, dass rund 60 Prozent des Aargauer Holzes, das in den Verkauf kommt, als Energieholz verwertet wird. Aus forstlicher Sicht sei das zwar frustrierend, aber wenn einzelne Betriebe für gehacktes Holz ab Waldstrasse 90 Franken pro Kubikmeter, finanziell halt interessant. «Wenn Forstbetriebe ihre Hackschnitzel überdies in der eigenen Gemeinde verkaufen können, ist das auch aus Marketingsicht eine gute Sache.» Felix Moor macht hier eine Win-Win-Situation aus, «obwohl man in der forstlichen Ausbildung etwas anderes gelernt hat».

Im Hinblick auf die nächste Erntesaison ist Felix Moor zuversichtlich: «Eigentlich sollten die Sägereien jetzt Frischholz einschneiden und erst gegen Ende Sommer auf ihre Lagerbestände zurückgreifen müssen. Viele sind aber aktuell noch am Auffüllen ihrer Lager.» Die Nachfrage der Sägereien dürfte also vorder­hand hoch bleiben. «Das wird sich womöglich auch positiv auf die Holzpreise auswirken.»

Zug: Erwartungen absolut erfüllt

«Wir hatten sehr hohe Erwartungen an diese Holzerntesaison. Und sie wurden absolut erfüllt.» Ruedi Bachmann, Betriebsleiter Forst bei der Korporation Zug und Geschäftsführer von WaldZug, schaut erfreut auf das Ergebnis der letzten Monate zurück. Vor allem Nadelstammholz und Energieholz seien sehr gut verkauft worden. Aufgrund der Situation im letzten Jahr, als sich die Lager der Sägereien im Februar zu leeren begannen, ist der gute Geschäftsgang allerdings nicht einmal eine kleine Überraschung. Ruedi Bachmanns Zuversicht für die jüngste Erntesaison beruhte denn auch auf den Signalen aus der Industrie: «Die Säger machten uns klar, dass sie Holz brauchen.» Und die Industrie braucht nach wie vor viel Holz. Bis im Sommer scheine der Vorrat aber zu reichen, sagt Ruedi Bachmann. Danach müsse man schauen.

Die guten Aussichten scheinen sich für Waldeigentümerinnen und -eigentümer vorerst also nicht einzutrüben. Aktuell fällt wenig Schadholz an. Die Borkenkäferlage scheint momentan auch unter Kontrolle, und fegt nicht noch ein aussergewöhnlicher Sturm durch die Schweizer Wälder, wird sich das so schnell auch nicht mehr ändern. «Ohne Schadholz muss die Branche aber aktiv werden», mahnt Ruedi Bachmann. Holzschläge müssten früh ausgeführt und noch früher geplant werden. «Die trockenen und schönen Herbstmonate sind für die Holzerei sehr produktive Zeiträume. Danach wird es aufgrund der feuchten Witterung wieder schwieriger.»

Die gute Performance schlägt sich auch in der Kasse nieder. «Wir haben jetzt endlich wieder Holzpreise, mit denen wir vernünftig arbeiten können», sagt Ruedi Bachmann. Frohlocken will er ob der spürbaren Erholung zwar nicht gerade, für die Zukunft rechnet er aber mindestens mit stabilen Preisen. Vielleicht liege sogar noch eine leichte Steigerung drin. Eher nicht dazu beitragen dürfte in naher Zukunft das Laubholz. Buche und Ahorn seien in der letzten Saison sehr schwach nachgefragt worden. «Niemand will das haben.» Eiche laufe hingegen immer gut, und auch die Esche habe angezogen. «Die Preisentwicklung bei der Esche dürfte spannend werden, da es davon immer weniger gibt.» Das grosse Geschäft dürfte Laubholz in Zukunft dennoch nicht werden. «Dafür gibt es auch viel zu wenig Sägereien, welche für das Sägen von Laubholz eingerichtet sind.»

Waadt und Unterwallis: Absatz bei Nachbarn

Didier Wuarchoz, Direktor von La Forestière, bezeichnet die Holzvermarktungssaison 2025 eindeutig positiv. Die abgesetzten Mengen bewerter er als zufriedenstellend, und bei Nadelholz sei ein deutlicher Preisanstieg zu verzeichnen gewesen. Das internationale Umfeld mahnt jedoch zu einer gewissen Vorsicht für die Zukunft. Tatsächlich ist die Nachfrage aus Deutschland etwas zurückgegangen, was die Aussichten für die kommenden Monate etwas trüben könnte.

Laubholz bereitet nach wie vor die grössten Sorgen, insbesondere Buche. Die Situation konnte jedoch früh genug antizipiert werden, um die auf den Markt gebrachten Mengen zu begrenzen. Die Verkäufe von Eiche und Esche verliefen hingegen zufriedenstellend. La Forestière beobachtet zudem eine interessante Ent­wicklung auf den benachbarten Märkten. Bestimmte Mengen, die traditionell nach Frankreich exportiert wurden, werden wieder in der Schweiz abgesetzt. Dies, weil die Preise auf dem französischen Markt nun ein Niveau erreicht haben, das mit jenem des Schweizer Marktes vergleichbar ist, nachdem dieser lange Zeit unter den Folgen von Käfer-Kalamitäten gelitten hatte. Italien verzeichnet weiterhin eine extrem hohe Nachfrage. «Man könnte das Holz dort fünfmal verkaufen», sagt Didier Wuarchoz, um die starke Präsenz der italienischen Käufer auf dem Markt zu verdeutlichen.

Jura: Zurückhaltung der privaten Eigentümer

Im Jura zeigt sich Didier Adatte, Direktor von ForêtJura, zufrieden mit der vergangenen Saison: «Die Waldeigentümer sind unseren Ratschlägen, den Schwerpunkt auf Nadelholz zu legen und Laubholz zurückzuhalten, ziemlich gut gefolgt.» Die verfügbaren Mengen entsprachen somit mehr oder weniger der Marktnachfrage. Didier Adatte stellt allerdings eine gewisse Zurückhaltung bei den privaten Waldeigentümern fest. Ihre gelieferten Mengen lagen daher unter den Erwartungen. Für den kommenden Winter rechnet er mit einer starken Nachfrage nach Nadelholz, ähnlich wie in der vergangenen Saison. ForêtJura ermutige seine Mitglieder daher, sich entsprechend auf die Saison vorzubereiten; und die Entwicklung auf dem Laubholzmarkt im Auge zu behalten.

Neuenburg: «Ein ordentliches Jahr»

In Neuenburg spricht Jean Wenger, Präsident von ForêtNeuchâtel, von einem «ordentlichen» Jahr 2025 mit Preisen, die leicht über denen von 2024 liegen. Auch der Markt für beschädigtes Holz erwies sich als weniger problematisch als in den vorangegangenen Jahren, da Käferholz ohne allzu grosse Schwierigkeiten abgesetzt werden konnte. Er weist jedoch darauf hin, dass im Gegensatz zu anderen Regionen der Romandie ein grosser Teil des Holzes weiterhin direkt von den Förstern oder den Eigentümern selbst vermarktet wird. ForêtNeuchâtel wird vor allem bei den schwieriger zu verkaufenden Partien oder bei bestimmten Sonderqualitäten tätig. Laut Jean Wenger lief der Verkauf von Edelhölzern deutlich besser als im Jahr 2024, auch wenn die Preise noch nicht ganz das Niveau von 2021 bis 2023 erreicht haben. Er weist zudem darauf hin, dass die verfügbaren Mengen in diesem Jahr wieder auf einem zufriedenstellenden Niveau lagen.

Greyerz: Willkommene Stabilität

Im Greyerz (FR) beschreibt Alexandre Pipoz einen besonders stabilen Nadelholzmarkt. Nach den starken Schwankungen während der Finanzkrise 2008 oder zu Beginn des Krieges in der Ukraine habe er nach eigenen Angaben in über 25 Jahren im Holzhandel «noch nie eine so lineare Entwicklung gesehen». Die Preise steigen langsam, aber stetig in einem Markt, der für Nadelholz als gesund und berechenbar gilt. Bei Laubholz variiert die Situation je nach Holzart stark. Esche erfreut sich derzeit einer sehr starken Nachfrage mit hohen Preisen, obwohl in den letzten Jahren grosse Mengen auf den Markt gebracht wurden. Die Buche hingegen unterliegt weiterhin starken Schwankungen, und Alexandre Pipoz beschreibt einen Markt «ohne jegliche Vorhersehbarkeit» mit erheblichen Preisschwankungen innerhalb weniger Monate. Ein Teil der Buchen wird daher eher als Energieholz statt als Schnittholz verwertet – eine Lösung, die wirtschaftlich manchmal notwendig ist, aus forstwirtschaftlicher Sicht jedoch als frustrierend empfunden wird. Industrieholz verzeichnet hingegen eine starke Nachfrage, insbesondere dank des Bedarfs von Swiss Krono. Alexandre Pipoz blickt daher zuversichtlich auf die Saison 2026: «Ich habe keine Angst, heute Holz zu fällen.»

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