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107. SELVA Generalversammlung im Bergrestaurant Motta Naluns

Verband & PolitikLesezeit 5 min.

Die SELVA verabschiedet neue Strategie Wald-Wild

Die SELVA Verband der Waldeigentümer Graubünden hat an ihrer 107. Generalversammlung in Scuol wichtige Grundlagen für die Zukunft geschaffen. Die Mitglieder verabschiedeten die neue Strategie Wald-Wild 2026–2031, die revidierten Statuten sowie das überarbeitete Reglement des Bündner Waldwirtschaftsfonds.

«Mit diesen Entscheiden stärken wir die SELVA als Stimme der Bündner Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer», sagte Präsidentin Anna Giacometti. «Wir schaffen klare Grundlagen für unsere Verbandsarbeit und setzen gleichzeitig ein deutliches Zeichen für eine gesicherte Waldverjüngung.»

Waldverjüngung im Fokus

Im Zentrum der Versammlung stand die neue Strategie Wald-Wild 2026–2031. Sie legt den Fokus auf eine ausreichende Waldverjüngung und auf Schalenwildbestände, die mit den Zielen des Waldes vereinbar sind. Die SELVA zeigt sich besorgt über den weiterhin hohen Wildeinfluss. Der Bericht «Situation Schäden durch Schalenwild am Wald, Einschätzung Frühjahr 2026» vom Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden bestätigt aus Sicht des Verbands den Handlungsbedarf.

«Der Bündner Wald ist Schutzwald, Lebensraum, Rohstoffquelle und Erholungsraum zugleich», betonte Giacometti. «Damit er diese Leistungen auch in Zukunft erbringen kann, braucht es eine funktionierende Verjüngung. Dafür setzen wir uns konsequent ein.»

Die neue Strategie baut auf dem Positionspapier 2024 der Waldverbände auf und unterstützt die kantonale Strategie «Lebensraum Wald-Wild 2021» des Kantons Graubünden. Die SELVA will sich weiterhin aktiv in den Dialog mit Kanton, Jagd, Politik und weiteren Partnern einbringen.

Starke Interessenvertretung

Die SELVA blickt an der Generalversammlung auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück: Der Verband verstärkte seine Präsenz in wichtigen Gremien. Erfreulich war die Wahl von Präsidentin Anna Giacometti zur Vizepräsidentin im Zentralvorstand von WaldSchweiz. In der kantonalen Jagdkommission vertrat Kenneth Danuser die Anliegen der Waldeigentümer.

Auch die Zusammenarbeit mit der Jagd wurde weiter gestärkt. Treffen mit dem Bündner Jägerverband BKPJV sowie eine gemeinsame Baumpflanzaktion trugen zum vertieften Dialog bei.

Fachwissen, Holzmarkt und Qualität

Auch in Weiterbildung, Zertifizierung und Öffentlichkeitsarbeit war die SELVA aktiv. Am Waldfachabend und an der Betriebsleitertagung informierte der Verband über Entwicklungen in der Bündner Wald- und Holzbranche. Zudem setzte sich die SELVA für eine stärkere Wertschöpfungskette Holz ein, insbesondere durch leistungsfähige Sägewerke und weiterführende Veredelung.

Im Bereich der FSC-Waldzertifizierung führte die SELVA Audits durch und überprüfte die Einhaltung der Qualitätsstandards in den Forstbetrieben. Mit Stellungnahmen zum Wildeinfluss auf die Waldverjüngung und regelmässigen Holzmarktberichten brachte sich der Verband auch öffentlich ein.

Holz als regionale Chance

Die Generalversammlung fand in der Bergstation Motta Naluns oberhalb von Scuol statt. Der moderne Holzbau unterstrich die Bedeutung des Rohstoffs Holz für Graubünden. Ergänzt wurde die Versammlung durch ein Fachreferat von Chasper Alexander Felix, Leiter Technische Betriebe Scuol, zur «Corporaziun da chalur da laina Scuol».

Das Beispiel des regionalen Wärmeverbunds zeigte eindrücklich, welches Potenzial in lokaler Holznutzung und regionaler Wertschöpfung steckt. «Holz ist ein zentraler Rohstoff für Graubünden», sagte Giacometti. «Wenn wir ihn regional nutzen und weiterverarbeiten, stärken wir Klima, Wirtschaft und ländliche Räume.»

Beim anschliessenden Stehlunch im Bergrestaurant La Motta nutzten die Mitglieder die Gelegenheit zum Austausch. Eine Führung durch die Bergstation Motta Naluns rundete die 107. Generalversammlung ab.

Medienmitteilung SELVA GV IT

Medienmitteilung SELVA GV RG

Medienmitteilung SELVA GV DE

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