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Domat/Ems, 10. August 2026 - Die Vorstände der SELVA, Verband der Waldeigentümer Graubünden, und des Bündner Kantonalen Patentjäger-Verbandes (BKPJV) haben sich in Domat/Ems zu einem gemeinsamen Austausch getroffen.

Verband & Politik – Lesezeit 5 min.

SELVA und BKPJV stärken den Dialog zur Wald-Wild-Thematik

Domat/Ems, 10. August 2026 - Die Vorstände der SELVA, Verband der Waldeigentümer Graubünden, und des Bündner Kantonalen Patentjäger-Verbandes (BKPJV) haben sich in Domat/Ems zu einem gemeinsamen Austausch getroffen. Im Zentrum standen die unterschiedlichen Perspektiven auf die Wald-Wild-Thematik, die Herausforderungen für Wald und Jagd sowie mögliche gemeinsame Lösungsansätze. Beide Verbände wollen den Dialog weiterführen und sich gemeinsam für gesunde Lebensräume, eine funktionierende Waldverjüngung und eine anerkannte Jägerschaft einsetzen.

 Gemeinsame Ziele, unterschiedliche Perspektiven

SELVA-Präsidentin Anna Giacometti und BKPJV-Präsident Benjamin Hefti unterstrichen die Bedeutung einer offenen und regelmässigen Zusammenarbeit. Grundlage des Austauschs war unter anderem die SELVA-Wald-Wild-Strategie 2026–2031. Diese verfolgt das Ziel, dass sich standortgerechte und klimafitte Baumarten natürlich verjüngen können. Eine funktionierende Waldverjüngung ist insbesondere für die Schutzfunktion des Waldes und damit für die Sicherheit der Bevölkerung zentral.

Der BKPJV anerkennt die Anliegen der Waldeigentümer. Gleichzeitig betont er die Verpflichtung zu einer nachhaltigen Nutzung der Wildbestände, zur Erhaltung der genetischen Vielfalt und zum Schutz der Ökosysteme.

Beide Verbände sind sich einig, der Wald ist nicht nur Lebensgrundlage für den Menschen, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für Wildtiere.

Lebensraum und Jagd gemeinsam stärken

Ein wichtiges Thema war der zunehmende Freizeitdruck auf den Wald. Aktivitäten wie Biken, Pilzesammeln, Sport und Schneeschuhwandern können Wildtiere stören und ihre Raumnutzung beeinflussen. Beide Verbände sehen deshalb Potenzial in einer gezielten Besucherlenkung und einer verstärkten Zusammenarbeit mit Gemeinden, Tourismusorganisationen und Destinationen. Ziel ist es, sensible Lebens- und Rückzugsräume zu entlasten und gleichzeitig die Voraussetzungen für eine wirksame Jagd zu verbessern.

Auch die veränderten Rahmenbedingungen durch grosse Beutegreifer, insbesondere den Wolf, wurden diskutiert. Sie beeinflussen das Verhalten und die Bejagbarkeit des Schalenwildes und stellen die Jagdplanung vor zusätzliche Herausforderungen. Die Wechselwirkungen zwischen Beutegreifern, Wildbeständen und Waldverjüngung sollen deshalb auf fachlicher Grundlage beurteilt werden.

 Die SELVA unterstreicht zudem die Bedeutung der Jägerschaft für die Waldverjüngung und will sich für die gesellschaftliche Akzeptanz der Jagd einsetzen. Dazu gehören eine sachliche Information der Bevölkerung und Rahmenbedingungen, die eine wirkungsvolle Jagdausübung ermöglichen.

Fakten als gemeinsame Grundlage

Beide Verbände sind sich einig, dass die Wald-Wild-Diskussion auf nachvollziehbaren Daten und wissenschaftlichen Grundlagen beruhen muss. Die kantonale Strategie Lebensraum Wald-Wild 2021 bildet dabei einen wichtigen Orientierungsrahmen. Die Situation unterscheidet sich regional deutlich: Während einzelne Wälder weiterhin stark unter Wildeinfluss leiden, zeigen sich andernorts bereits positive Entwicklungen bei der Naturverjüngung.

SELVA und BKPJV wollen ihren Dialog fortsetzen und dort gemeinsam handeln, wo sich ihre Interessen überschneiden. Ihr gemeinsames Ziel ist ein gesunder, klimafitter und verjüngungsfähiger Bündner Wald, Lebensraum angepasste Wildbestände und eine starke, gesellschaftlich anerkannte Jägerschaft.

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